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COVID-19-SonderNews 1 | 18.03.2020

Covid-19 und Fakenews

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

neben der Pandemie durch Covid-19 wird die Gesellschaft auch durch eine "Infodämie" in diesen Tagen gelähmt. Zahlreiche Informationen und Statements werden teils ungefiltert und unüberlegt weitergegeben und führen zur Verunsicherung der Bevölkerung und des medizinischen Personals.

Die GPA möchte in den nächsten Wochen bei gegebenem Anlass mit aktuellen Sonder-Newslettern auf Fragen zu den Themen eingehen, die das Arbeitsfeld von AllergologInnen und Kinder-PneumologInnen betreffen und die von uns kompetent kommentiert werden können.

Asthmamedikation

Eine gute und konsequente Therapie eines Asthma bronchiale auch mit inhalativen Corticosteroiden ist weiterhin die wichtigste Grundlage der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale.
Vereinzelt wurden Stimmen laut, die die Therapie mit inhalativen Corticosteroiden aufgrund einer immunsuppressiven Wirkung dieser Therapie infrage stellten.
Diesen Überlegungen möchten wir entschieden widersprechen. Eine gute und konsequente Behandlung mit fehlender Hyperreagibilität und Dyskrinie ist die beste Prävention einer Exazerbation durch virale Infektionen. Zusätzlich führt eine Reduktion oder Umstellung der Therapie oft zu Verschlechterungen der Einstellung und damit zu vermehrten Arztbesuchen und vermehrten potentiellen Covid-19-Kontakten. [mehr]

Allergen-Immuntherapie

Eine Änderung bei der spezifischen Immuntherapie ist nicht erforderlich! Die einzelnen Dosen sollten gemäß den Empfehlungen nicht verabreicht werden, wenn die Patientin/der Patient Krankheitszeichen zeigt, besonders wenn eine akute fieberhafte Infektion der Atemwege vorliegt. Ist die Patientin/der Patient gesund, sollte und darf die Immuntherapie, egal ob subkutan oder sublingual, weiter fortgesetzt werden. Es kann erwogen werden, die Injektionsintervalle auszudehnen, um die Kontakte mit den Patienten zu reduzieren. Dies beinhaltet jedoch das Risiko, dass bei einer auftretenden Infektion mit der notwendigen Quarantäne das zulässige Injektionsintervall überschritten wird und eine zumindest teilweise notwendige Reduktion der Dosis wieder zu mehr Kontakten bei der Aufdosierung führt.
Eine Umstellung einer subkutanen auf eine sublinguale Behandlung ist nicht sinnvoll und notwendig da bei indikationsgemäßer Anwendung kein erhöhtes Risiko durch die SCIT gegeben ist und die Verunsicherung der Patienten und notwendige Kontakte zu einer ausführlichen Beratung über die Therapieänderung und zur Verabreichung der ersten Dosis unter ärztlicher Aufsicht nicht zielführend sind.

Wir werden Sie weiter auf dem Laufenden halten. Sollten Fragen oder Probleme auftauchen, die Sie mit den zuverlässigen Informationswegen, allen voran der Homepage des RKI, nicht klären können, wenden Sie sich an Ihre regionalen Arbeitsgemeinschaften der GPA oder direkt an die GPA!

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

Wir sehen uns auf den kommenden Veranstaltungen der GPA!

Dr. Lars Lange
für den Vorstand der GPA

Hinweis
Bei Berufsbezeichnungen sind immer alle Geschlechter gemeint, also z. B. Kinder- und Jugendärztinnen bzw. Kinder- und Jugendärzte.

Bildquellen
Titelbild und Fotos im Text: © Colourbox


Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V.
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